Das Post-Pill-Syndrom: Was passiert nach Absetzen der Pille?

31.01.2020 14:50

absetzen der Pille

 

Das so genannte Post-Pill-Syndrom (PPS), umfasst eine Reihe von Symptomen, die nach Absetzen von oralen Kontrazeptiva wie der Pille auftreten. In der Regel handelt es sich dabei um Symptome, die Sie vielleicht schon vor der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln erlebt haben, zusammen mit einigen neuen Symptomen. Dazu zählen unter anderem Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Akne, Darm-Dysbiose, Haarausfall, PCOS, Unfruchtbarkeit, sowie Post Pill Amenorrhö, das Ausbleiben der Regelblutung. Es kann auch einige Monate nach Absetzen der Pille dauern bis die Symptome spürbar sind.

PPS ist vorübergehend und sobald die Ursache des Problems identifiziert ist, kann man den Hormonhaushalt durch die richtige Behandlung wieder ins Gleichgewicht bringen. Man muss also keine Angst vor PPS haben, sondern einfach nur etwas Geduld. Im Grunde ist es Teil eines „Neuausrichtungsprozesses“, denn der Körper muss sich von der oft jahrelangen Einnahme eines Medikaments erholen, welches den Hormonhaushalt reguliert bzw. beeinflusst hat.

Hormonelle Verhütungsmittel erfüllen ihren Zweck indem sie auf den Menstruationszyklus eingreift und so den Eisprung verhindert. Aber die Hemmung des Heranreifens der Eizelle kommt nicht ohne einen Preis. Immerhin wird hier ein natürlicher, physiologischer Prozess unterbunden - durch Einnahme von künstlichen Hormonen oder hormonähnlichen Substanzen. Mögliche Folgen: Probleme mit den Nebennieren, der Leber, dem Darm und der Schilddrüse.

 

Eins nach dem anderen: Welche Vorteile hat das Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln?

Abgesehen von dem offensichtlichen Vorteil, den Körper nicht mit synthetischen Hormonen zu überfluten, können folgende Veränderungen wahrgenommen werden:

 

Auf Wiedersehen Angst... Und hallo gute Laune! Viele Frauen merken das schon kurz nach dem Absetzen der Pille. Ängste, Nervosität und Depressionen verschwinden.

Angenehme Nachtruhe! Ohne Angst oder Stimmungsschwankungen entspannt sich der Körper leichter und es ist einfacher einzuschlafen - und vor allem gut zu schlafen.

Meine Libido ist wieder da! Dies wird einer der Punkte sein, den man als Frau wohl am stärksten wahrnimmt (und am meisten feiert, allein oder mit Partner): Der Sexualtrieb ist wieder da! Orgasmen kommen zurück, die trockene Vagina verabschiedet sich und Beschwerden bei der Penetration verschwinden.

Energie und noch mehr Energie. Die Einnahme der Pille geht oft mit einem Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralien einher. Diese Nährstoffe nutzen unsere Körperzellen unter anderem zur Energiegewinnung. Wenn sich der Stoffwechsel wieder normalisiert, nimmt die Aufnahme der Nährstoffe zu und man fühlt sich viel energetischer.

Vaginale Candida-Infektionen? Blasenentzündung? Jetzt ist Schluss. Denn die Vagina kann ihre natürliche Flora, Lubrikation und ihren Fluss sowie ihre Schutzbarriere gegen Pilze, Viren und schädliche Bakterien nun wiederherstellen. Nach Beendigung der Einnahme von Kontrazeptiva ist die Vagina glücklich und gesund.

Auf Nimmerwiedersehen extra Pfunde! Obwohl es vielen Frauen nicht bewusst ist, eine sehr häufige Nebenwirkung von hormonellen Verhütungsmitteln ist eine Gewichtszunahme. Sei es durch Wassereinlagerungen, durch eine Verlangsamung des Stoffwechsels, durch eine zunehmende Resistenz des Körpers gegen Insulin, erhöhte Entzündungsanfälligkeit, oder gleich all dem. Ohne die Pille wird sich alles früher oder später wieder normalisieren.

 

Welche Symptome sind zu erwarten, wenn ich die Pille absetze?

Viele Frauen nehmen keine Veränderungen nach Absetzen der Pille wahr, denn nicht alle Frauen leiden an PPS. Aber... wenn die Pille zur "Behandlung“ von bestimmten Symptomen eingenommen wurde, ist es durchaus möglich, dass diese Symptome anschließend wieder auftreten.

Die Pille ist kein Heilmittel, sie wirkt lediglich wie ein Pflaster. Wenn man eine nicht geheilte Wunde abdeckt, dann ist sie beim Freilegen höchstwahrscheinlich noch vorhanden; sie könnte möglicherweise schlimmer sein als vorher. Wenn man nicht zur Ursache des Problems vordringt, wird die Anwendung von oralen Verhütungsmitteln im Laufe der Zeit in der Regel mehr schaden als nützen.

 

Dies sind die häufigsten Symptome von PPS:

  1. PCO Syndrom: Wenn Sie die Einnahme der Pille beenden, kann eine Phase von Hyperandrogenämie folgen, eine erhöhte Produktion an Androgenen – den „männlichen“ Geschlechtshormonen. Für die Symptome des PCO-Syndroms spielen Störungen in den Regulationsmechanismen dieser Hormone eine entscheidende Rolle. Zyklusstörungen und unregelmäßige Menstruationsblutungen können Anzeichen für PCOS sein. Hier können eine vollwertige Ernährung, ausreichend Schlaf und Sport Abhilfe schaffen. Wenn die Symptome nach ein paar Monaten nicht nachlassen, sollte ein Spezialist aufgesucht werden.

  2. Schwere Blutungen und Unterleibsschmerzen: Wenn die Einnahme der Pille ursprünglich aus diesen Gründen deswegen begonnen wurde, besteht eine gute Chance, dass diese Symptome nach dem Absetzen zurückkehren. Die Pille ist wie gesagt keine Behandlung des Problems. Eine entzündungshemmende Diät und Ergänzungsmittel zur Unterstützung der Leber sind ein guter Anfang.

  3. Amenorrhoe: Bei einigen Frauen kann nach Absetzen der Pille eine Amenorrhoe - das Ausbleiben der Menstruation für mehr als 3 Monate - auftreten. Oft kann es bis zu 6 Monate dauern bis die Monatsblutung wieder auftritt. Wenn es länger dauern sollte, ist es ratsam einen Gynäkologen aufzusuchen und die Ursachen des Problems festzustellen.

  4. (Hormonelle) Akne: Besonders Frauen, die vor Einnahme der Pille an Akne gelitten haben, sind auch nach Absetzen wieder von Hautproblemen betroffen. Denn wie schon gesagt behebt die Pille nicht die Ursache des Problems, sondern unterdrückt lediglich die Symptome. Frauen, die an Akne leiden, sollten Milch und Gluten soweit es geht meiden und auf eine ausreichende Zinkzufuhr achten – wenn nötig in Form von Nahrungsergänzungsmitteln.

  5. Stimmungsschwankungen: Mit Kontrazeptiva wird die "Unterhaltung" zwischen dem Gehirn und den Eierstöcken unterbrochen. Ohne Kontrazeptiva ist diese Verbindung plötzlich wiederhergestellt. Bis sich alles wieder in Balance bringt können Stimmungsschwankungen auftreten. Denn bisher lief Ihr Körper mit künstlichen Hormonen und jetzt muss er wieder lernen, eigene in den richtigen Mengen zu den richtigen Zeitpunkten zu produzieren. Auch hier ist Geduld gefragt. Der Verzicht auf Zucker und Bewegung an der frischen Luft können unterstützend wirken.

  6. Verdauungsprobleme: Die Pille hat einen enormen Einfluss auf den Stoffwechsel (Hallo, Schilddrüse) – er ist verlangsamt, die Resistenz gegen Insulin kann steigen und der Darm wird träge. Verdauungsprobleme, wie Blähungen, Verstopfung und/oder Durchfall, schlechter Atem sind die Folge. Nach Absetzen der Pille können sich diese Symptome zunächst verschlimmern bis der Körper die Überbleibsel an synthetischen Hormonen komplett ausgeschieden und der Darm sich erholt hat.

 

Keine Angst vor PPS

All das klingt sehr dramatisch und kann demnach beängstigend sein. Aber es ist noch viel beängstigender, die Nebenwirkungen von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Pille zu verlängern. Es gibt einige Dinge, die man bereits vor dem Absetzen der Pille tun kann: auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr achten, den Darm reparieren und mit regelmäßigem Sport beginnen.

Die Rückkehr zu einem regelmäßigen, gesunden Zyklus kann einige Zeit dauern, Geduld ist also das A und O. Man sollte sich dabei immer vor Augen halten, dass man das tut, was für sich uns seinen Körper am besten ist (in 99% der Fälle).

(Der Text wurde aus dem Spanischen übersetzt.)

 

Quellen

  1. Dr. Lara Briden, “Period repair manual: Natural Treatment for Better Hormones and Better Periods”, herausgegeben von Pan Macmillan, überarbeitete Ausgabe (2019)
  2. Dr. Jolene Brighten, “Beyond the pill”, herausgegeben von Harper One (2019)
  3. Holly Grigg-Spall, “Sweetening the pill”, herausgegeben von Zero Books (2013)



 

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