Blasenentzündung: Wie man sie mit ein paar einfachen Schritten loswerden kann

06.03.2020 14:22

harnwegsinfektionen


Ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und auch Blut im Urin können Anzeichen einer Harnwegsinfektion, auch Zystitis genannt, sein. Harnwegsinfektionen sind sehr häufig und betreffen jährlich 150 Millionen Menschen weltweit [1]. Besonders Frauen sind betroffen. Statistiken zufolge hat ein Drittel aller Frauen im Alter von 24 Jahren bereits eine Harnwegsinfektion gehabt. Tatsächlich leiden jedes Jahr etwa 12 % aller Frauen an einer Blasenentzündung.

Aber was genau ist diese Zystitis und wie wird diese Infektion verursacht? Gibt es neben den üblichen Medikamenten auch natürliche Alternativen, die zur Behandlung eingesetzt werden können? In unserem Blog-Artikel beantworten wir all diese und weitere Fragen und geben nützliche Tipps zur Vorbeugung dieser lästigen und unangenehmen Erkrankung.

 

Was genau ist eine Blasenentzündung?

Zystitis ist eine Entzündung der Blasenschleimhaut und der Harnröhre; sie macht etwa 80% aller Harnwegsinfektionen aus [2]. Die Symptome reichen von häufigem und dringendem Harndrang, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen, übelriechenden und trüben Urin bis hin zu Blut im Urin [3].

Blasenentzündungen können in sporadischen Schüben oder mit einer gewissen Häufigkeit auftreten. Man spricht hier demnach entweder von einer akuten Zystitis und einer chronischen oder rezidivierenden also wiederkehrende Zystitis.

Akute Zystitis: Meistens wird sie durch eine bakterielle Infektion verursacht und die Symptome treten plötzlich und mit starker Intensität auf. Wenn sie nicht richtig behandelt wird, besteht die Gefahr, dass sie chronisch wird und so in eine wiederkehrende Zystitis übergeht.

Chronische Zystitis: Halten die Beschwerden an oder kehrt die Blasenentzündung immer wieder, handelt es sich um einen chronischen Verlauf. Man spricht von dieser Art von Zystitis, wenn sie mindestens 3 Mal im Jahr auftritt. Die Symptome sind fast identisch mit der einer akuten Blasenentzündung, aber sie sind in der Regel weniger intensiv und länger anhaltend.

 

Was sind die Ursachen von Zystitis?

Die Ursachen von Blasenentzündungen können unterschiedlich sein. Im Allgemeinen unterscheiden wir sie in zwei verschiedene Arten: Entzündungen bakteriellen und nicht bakteriellen Ursprungs.

Nicht-bakterielle Zystitis: Die nicht-bakterielle oder nicht-infektiöse Zystitis wird - wie der Name schon sagt - in der Regel durch nicht-bakterielle Faktoren verursacht, die zu einer Entzündung der Blase führen. Zu diesen Faktoren gehören u.a. eine schlechte Intimhygiene, eine unzureichender Flüssigkeitszufuhr und ein übermäßiger Gebrauch von Menstruationshygieneprodukten. Aber auch bestimmte Medikamente können eine Blasenentzündung auslösen. Darüber hinaus scheinen Menschen, die an Diabetes leiden, ein erhöhtes Risiko zu haben, an einer nicht-bakteriellen Zystitis zu erkranken [4, 5].

Bakterielle Zystitis: Die häufigste Ursache einer Zystitis ist eine bakterielle Infektion. Die Entzündung der Schleimhaut, die die Blase auskleidet, wird durch das Vorhandensein bestimmter Keime ausgelöst, die sich an den Wänden der Blase festsetzen. Der Hauptverursacher ist Escherichia Coli (E. coli), ein im bekanntes Darmbakterium. Es wird geschätzt, dass zwischen 75% und 95% der Harnwegsinfektionen durch dieses spezifische Bakterium verursacht werden [6].

 

Warum treten Blasenentzündungen häufiger bei Frauen auf?

Eine Blasenentzündung kann jeden Menschen betreffen, unabhängig von Alter und Geschlecht. Dennoch betrifft diese Erkrankung vorwiegend Frauen [7]. Der Hauptgrund dafür, dass Frauen anfälliger für die Entwicklung einer Harnwegsinfektion sind, liegt in der Anatomie ihres Urogenitaltraktes. Die Harnröhre, das Ausscheidungsorgan, über das der Harn nach außen abgegeben wird, ist bei Frauen deutlich kürzer als bei Männern. Deshalb gelangen Krankheitserreger bei Frauen leichter in die Blase.

 

Wie werden Blasenentzündungen behandelt?

Antibiotika

Bei einer bakteriell verursachten Zystitis verschreiben Ärzte in der Regel eine Reihe von Antibiotika, sobald die Diagnose gestellt ist [8]. Eine Selbstdiagnose und Selbstverschreibung von Antibiotika sind unbedingt zu vermeiden. Der unsachgemäße Einsatz von Antibiotika kann sehr gefährlich sein, da er u.a. das Risiko einer so genannten "Antibiotikaresistenz" erhöht. Das bedeutet, dass bestimmte Bakterien gegen die Wirkung eines antimikrobiellen Medikaments, also eines Antibiotikums, resistent werden.

Es ist wichtig zu betonen, dass Antibiotika nicht nur die für die Infektion verantwortlichen Bakterien abtöten, sondern auch die als "gut" geltende Darmbakterien eliminieren, was sich nachweislich negativ auf das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit auswirken kann [9]. Glücklicherweise gibt es auch Möglichkeiten, Zystitis auf natürlichere Weise zu behandeln - ohne derartige Nebenwirkungen.

 

D-Mannose

D-Mannose ist ein Monosaccharid – also ein Einfachzucker – natürlichen Ursprungs, der unter anderem aus Mais oder aus der Rinde von Birken gewonnen wird. Einer der Besonderheiten von D-Mannose besteht darin, dass es nicht verstoffwechselt und in den Blutkreislauf aufgenommen wird, sondern nach der Aufnahme über die Nieren in die Harnwege gelangt. In den Harnwegen kann sich die D-Mannose an die E. coli Bakterien anlagern, was die Bakterien daran hindert, sich an die Blasenschleimhaut zu binden und eine Infektion zu verursachen. Zusammen mit der D-Mannose werden die gebundenen Bakterien dann durch den Urin eliminiert [11, 12].

Die tägliche Dosierung der D-Mannose liegt bei 1-2,5 g pro Tag und es ist ratsam, sie mit viel Wasser einzunehmen. Da sie vom Körper wie gesagt nicht absorbiert wird, kann sie auch von Personen eingenommen werden, die unter Blutzucker- und Diabetesproblemen leiden.

 

Cranberries

Cranberries sind seit langem für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Die roten Beeren sind reich an so genannten Proanthocyanidinen (PACs), einer Gruppe von Antioxidantien. Ähnlich wie D-Mannose verhindern die PACs in Cranberries das Anhaften von Bakterien an den Wänden der Harnwege und helfen so, entzündliche Prozesse in der Blase zu reduzieren [13]. Darüber hinaus erhöhen die PACs die Produktion der entzündungshemmenden Substanz Salicylsäure im Körper [14], was ebenfalls die Eliminierung der Bakterien in den Harnwegen unterstützen kann. Eine Tasse Cranberry-Saft pro Tag oder unser Bio-Cranberry-Supplement kann daher eine gute und einfache Lösung sein, eine hartnäckige Harnwegsinfektion zu beseitigen.

 

Tipps zur Vorbeugung von Blasenentzündungen

Bei einer so hohen Prävalenz für wiederkehrende Blasenentzündungen ist es ratsam, einige gute Gewohnheiten zu verfolgen, um eine Infektion überhaupt zu verhindern.

  • Mindestens 2 Liter Wasser pro Tag trinken, um das Durchspülen der Harnwege und damit die Eliminierung von Bakterien aus der Blase zu fördern.
  • Den die Intimbereiche mit milden Intimreinigungsmitteln waschen, die einen geeigneten pH-Wert aufweisen (z.B. der ideale Intimreiniger im fruchtbaren Alter hat einen pH-Wert von 3,5-4,5 und während der Menopause pH 6).
  • Baumwollunterwäsche tragen anstelle von synthetischen Fasern
  • Raffinierten Zucker vermeiden, da er die Vermehrung von Bakterien begünstigen
  • Die Blase regelmäßig und vollständig entleeren, um die Ausscheidung von Keimen zu fördern. Einen nassen Badeanzug nicht über einen längeren Zeitraum tragen. Die Feuchtigkeit im Anzug fördert die Vermehrung von Bakterien.

Mit den oben genannten Tipps lässt sich eine Blasenentzündung leicht verhindern. Wenn es zu einer Infektion kommt, kann der natürliche Ansatz - mit D-Mannose und Cranberries - eine geeignete Behandlung darstellen, um den Einsatz von Antibiotika zu vermeiden. In jedem Fall empfehlen wir, immer einen Arzt aufzusuchen, da in schweren Fällen Antibiotika unvermeidlich sein können.

 

Quellen:

[1] Stamm, Norrby, Urinary tract infections: disease panorama and challenges. J Infect Dis (2001)

[2] Angela Kilmartin, The patient's encyclopaedia of urinary tract infection, sexual cystitis and interstitial cystitis, New Century Press (2002)

[3] Raymund et al., Cystitis, StatPearls (2019)

[4] Karamali et al., Molecular pathogenesis of interstitial cystitis/bladder pain syndrome based on gene expression. J Cell Physiol (2019)

[5] Hohlbrugger et al., Non-bacterial cystitis, Curr Opin Urol (2000)

[6] McLellan & Hunstad, Urinary tract infection: pathogenesis and outlook, Trends Mol Med (2016)

[7] Sweet & Gibbs, Infectious diseases of the female genital tract, Wolters Kluwer, 5th edition (1985)

[8] Colgan & Williams, Diagnosis and treatment of acute uncomplicated cystitis, Am Fam Physician (2011)

[9] Becattini et al., Antibiotic-induced changes in the intestinal microbiota and disease, Trends Mol Med (2017)

[10] Michaels et al., Effect of D-mannose and D-glucose on Escherichia coli bacteriuria in rats, Urogical Research (1983)

[11] Kranjčec et al., D-mannose powder for prophylaxis of recurrent urinary tract infections in women: a randomized clinical trial, World J Urol (2014)

[12] Dumych et al., A novel integrated way for deciphering the glycan code for the FimH lectin, Molecules (2018)

[13] Luczak & Swanoski, A review of cranberry use for preventing urinary tract infections in older adults, Consult Pharm (2018)

[14] Duthie et al., Increased salicylate concentrations in urine of human volunteers after consumption of cranberry juice, J Agric Food Chem (2005)


 
   

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