Bio Produkte: Was steckt dahinter?

17.09.2019 11:31

Bio anbau

 

Bio Produkte sind sehr beliebt. Nicht nur in den Regalen von Supermärkten, sondern auch in Drogerien und in der Textilindustrie. Immer mehr Menschen weltweit bevorzugen die Bio-Variante anstelle der konventionellen. Die deutsche Bio-Branche erzielte 2017 einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro und verzeichnete damit den größten Einzelumsatz in Europa. Der Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr betrug 5,9 Prozent. Die Gesamtfläche für den ökologischen Landbau in Deutschland betrug 2018 rund 1,5 Millionen Hektar - ein Plus von knapp 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bedeutet, dass derzeit 9,1 Prozent aller nutzbaren landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.

Doch woher kommt der wachsende Konsum an Bio Waren? Ist es lediglich eine Modeerscheinung oder doch wachsendes Bewusstsein? Wissen wir zudem wirklich, was Bio-Produkte von gewöhnlichen unterscheidet? Und vor allem: Wie können wir sicher sein, dass ein Produkt wirklich Bio ist?

 

Erhöhter Verbraucherschutz durch neue Verordnung

Ab dem 1. Januar 2021 wird die ökologische Erzeugung und Kennzeichnung von ökologischen Erzeugnissen auf europäischer Ebene durch die neue EU-Verordnung 2018/848 geregelt [1], die die bestehende Verordnung (EG Nr. 834/2007) aufhebt.

Der Inhalt dieser Verordnung lässt sich in zwei Teile unterteilen. Die erste betrifft alle Stufen der Erzeugung, Zubereitung und des Vertriebs von ökologischen Erzeugnissen und ihrer Kontrolle, während die zweite die Verwendung von Angaben über die ökologische Erzeugung in der Kennzeichnung und Werbung betrifft.

Hervorzuheben ist, dass die Verordnung nicht nur alle Stufen der ökologischen Erzeugung regelt, sondern auch den Verbraucher schützt. Um sich in diesem Wachstumsmarkt orientieren zu können, ist es in erster Linie unerlässlich, dass die Formulierung "Bio" auf Produkten keine Fälschung ist, sondern das Ergebnis eines kontrollierten und autorisierten Prozesses. 

 

Die ökologische Landwirtschaft – Mehr als nur „pestizidfrei“

Der ökologische Landbau konzentriert sich nicht auf die Maximierung des Gewinns, sondern vielmehr auf die Achtung aller natürlichen Ressourcen und die Entwicklung eines umweltfreundlichen Modells. So umfasst der Grundsatz des Ökolandbaus einen möglichst geschlossenen natürlichen Betriebskreislauf mit dem Ziel Ressourcen zu erhalten.

Einige Prinzipien des Ökolandbaus:

  • Chemisch-synthetische Substanzen wie Düngemittel, Herbizide oder Insektizide sind nicht zugelassen.
  • Die Verwendung von Antibiotika bei Tieren ist nur bei tatsächlichem Bedarf und nur dann zulässig, wenn der Gesundheitszustand des Tieres dies erfordert.
  • Bioprodukte sind die einzigen, die gesetzlich keine GVO (gentechnisch veränderte Organismen) oder daraus hergestellte Bestandteile enthalten dürfen.

Auch wenn Bio-Produkte frei von GVO sind, heißt GVO-frei nicht gleich „ökologisch“. GVO sind Pflanzen, Mikroorganismen oder Tiere, die durch den Einsatz gentechnischer Verfahren gentechnisch verändert wurden. So kann beispielsweise die Widerstandsfähigkeit einer Pflanze gegen Pestizide, Insektenbefall oder Wetter verbessert und damit der Ertrag und Gewinn gesteigert werden.  Die bekanntesten GVO sind Mais und Soja, die am weitesten verbreiteten transgenen Produkte der Welt. Ein nicht gentechnisch verändertes Produkt bescheinigt daher zwar das Fehlen fremdem Genmaterials, nicht aber die Verwendung chemischer Substanzen.

 

ökologischer anbau

 

Richtlinien zum Kennzeichnen von Bio Produkten

Wann kann ein Produzent oder Verkäufer eine Zutat oder ein Produkt als "Bio" deklarieren?

Im Wesentlichen nur dann, wenn:

  • Die Produktion von Bio-Lebensmitteln bzw. Produkten zeitlich und räumlich von der Herstellung konventioneller Produkte getrennt ist.
  • Mindestens 95% (Gewichtsprozent) der Zutaten ökologischen Ursprungs sind.

Es ist auch zu beachten, dass das Produkt von den zuständigen Behörden zertifiziert werden muss. In Europa führt jeder Mitgliedstaat strenge Inspektionen durch, die in der Regel von Kontrollbehörden (Ökokontrollstellen) gehandhabt werden. 

 

Wie man Etiketten liest: Wann ist ein Produkt wirklich Ökoware?

Ob ein Produkt wirklich Ökoware ist, lässt sich an dem europäischen Bio-Siegel, auch Euro-Leaf genannt, ausmachen [2]. Diese Siegel ist seit dem 1. Juli 2010 einheitlich in Europa vorgeschrieben. Das Bio-Logo dürfen nur Produkte tragen, für die – wie beschrieben – eine zugelassene Kontrollstelle bescheinigt hat, dass sie biologisch erzeugt wurden. Die Nummer der Kontrollstelle wird in Form eines Codes angegeben (z.B. DE-ÖKO 007).

Darüber hinaus enthält das Siegel Angaben zum Ursprungs des Erzeugnisses: "EU-Landwirtschaft", wenn der landwirtschaftliche Rohstoff in der EU angebaut wurde, "Nicht-EU-Landwirtschaft", wenn der landwirtschaftliche Rohstoff in Drittländern angebaut wurde, und "EU/Nicht-EU-Landwirtschaft", wenn ein Teil des landwirtschaftlichen Rohstoffs in der EU angebaut wurde und ein Teil davon in einem Drittland angebaut wurde.

 

Bio Label deutschland

 

Die häufigste Frage: Warum kostet der ökologische Landbau mehr?

Die Preise für Bioprodukte sind im Durchschnitt 15-20% höher als die für konventionelle Produkte. Der Grund ist einfach und hängt von mehreren Faktoren.

Der wichtigste Faktor ist, dass die Produktionserträge aus ökologischem Anbau im Allgemeinen niedriger sind als die von traditionellem Anbau. Natürliche Faktoren wie Insektenbefall oder schlechtes Wetter können ganze Ernten vernichten. Darüber hinaus muss der Biobetrieb in regelmäßigen Abständen etwa ein Drittel seiner Anbaufläche für den Anbau von Pflanzen reservieren, die dem Boden helfen, Stickstoff für zukünftige Anbauphasen anzureichern.

Nicht zu vergessen sind auch die Entwicklungs- und Produktionsphasen. Man denke nur an die Suche nach Anbauflächen und Produktionsräumen, wo eine Kontamination mit nichtökologischen Produkten ausgeschlossen werden kann. Für den Hersteller fallen damit zusätzliche Kosten für die Analyse und Zertifizierung der Produkte an.

 

Warum bieten wir eine Bio-Linie an?

Bio-Produkte liefern einige Vorteile. Vor allem für unsere Umwelt. Der Schutz der Umwelt liegt auch uns sehr am Herzen. Daher versuchen wir so viele unserer Rohstoffe wie möglich aus ökologischem Anbau zu beziehen. Denn wir wollen nicht nur durch unsere vegane Lebensweise und das Anbieten veganer Produkte einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Deshalb sind wir dabei, unsere Bio-Linie immer weiter auszubauen und zu erweitern.

Wir sind also stets auf der Suche nach neuen Rohstoffen, um unseren Kunden immer die beste Produktqualität zu liefern. Sofern ein Rohstoff in Bio-Qualität erhältlich ist und damit keine zu weiten Transportwege oder andere negative Auswirkungen auf die Umwelt verknüpft sind, wechseln wir gerne den Rohstoff in unseren Produkten. Allerdings ist es nicht immer möglich einen Bio-Rohstoff zu verwenden. Dies ist z.B. bei MSM-Pulver unmöglich, da MSM synthetisch hergestellt wird. Man kann dieses zwar auch aus Bäumen gewinnen, allerdings ist der enthaltene Anteil an MSM dabei so gering, dass eine unverhältnismäßig große Menge an Bäumen gefällt werden müsste. Und das wäre alles andere als nachhaltig. Auch Vitamine und Mineralstoffe können meist nicht als Bio angeboten werden, da diese synthetisch hergestellt werden. Deswegen ist z.B. auch unser Inulin Plus kein Bio-Produkt. Das enthaltene Inulin-Pulver ist zwar Bio, da es aus Bio-Agave gewonnen wird, allerdings sind daneben noch Magnesium und Calcium enthalten. Da der Inulin-Anteil somit unter 95% liegt, dürfen wir dieses nicht als Bio kennzeichnen und lediglich im Inhaltsverzeichnis auf die ökologische Herkunft des Inulins hinweisen.

Momentan besteht unsere Bio-Linie aus 25 Produkten. Unsere Bio-Besteller sind dabei Spirulina, sowohl in Kombination mit Chlorella als auch ohne erhältlich, und Moringa. Daneben bieten wir auch einen Algen-Mix, Bockshornklee, Curcuma, Curcumin, Green Power, Ingwer, Jod aus Algen, Maca, probiotische Kulturen für Erwachsene als auch für Kinder, Flohsamen, Vital-Pilze und Vitamin C aus Bio-Acerolakirschen an. Aber auch unsere Protein- und Fitshakes in verschiedenen Geschmacksrichtungen enthalten beste Bio-Zutaten. Daneben bieten wir auch Matcha und verschiedene Superfood-Mixe in Bio-Qualität an, denn gerade bei Superfoods ist Bio-Qualität unerlässlich.

Um sicherzustellen, dass die Rohstoffe unseren Anforderungen entsprechen, lassen wir unsere Bio-Produkte, so wie alle unsere Produkte, von einem unabhängigen deutschen Labor prüfen. Dabei stehen vor allem mikrobiologische Untersuchungen, Schwermetall-Analysen und Pestizidnachweise im Fokus. Daneben besitzen wir auch für alle unsere Bio-Produkte Zertifikate, damit wir und die Kunden sichergehen können, dass die versprochene Qualität enthalten ist. Wenn Sie an solchen Zertifikaten interessiert sind, können Sie uns gerne einfach eine E-Mail schreiben.

 

Quellen

  1. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=CELEX%3A32018R0848 (Stand 17.09.2019)
  2. https://ec.europa.eu/info/food-farming-fisheries/farming/organic-farming/organics-glance/organic-logo_de (Stand 17.09.2019)

 
   

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