Für immer jung? Wie Resveratrol die Mechanismen des Alterns beeinflusst

10.07.2020 11:37
 

 

Wir alle haben sie schon wahrgenommen und höchstwahrscheinlich auch schon einmal benutzt - die Schönheitsprodukte und Nahrungsergänzungsmittel, die eine straffe, faltenfreie Haut und "ewige Jugend" versprechen. Aber, wie wir alle hoffentlich wissen, versprechen die meisten dieser Produkte mehr, als sie halten können. Nichtsdestotrotz gibt es eine faszinierende Substanz, die aus der Reihe der natürlichen Anti-Aging-Mittel herausragt, und das ist das Resveratrol. Doch bevor wir uns mit damit befassen, wie Resveratrol den Alterungsprozess beeinflussen kann, sollten wir einen kurzen Blick darauf werfen, was der Begriff "Alterung" eigentlich beinhaltet.

 

Mechanismen des Alterns: Die Macht der Telomere

 

Beim Altern geht es nicht nur darum, wie unsere Haut aussieht. Es geht weit darüber hinaus, denn nicht nur unsere Haut altert, sondern auch alle anderen Organe, was eine Vielzahl menschlicher Beschwerden mit sich bringt. Um die zugrunde liegende Ursache des Alterns zu finden, müssen wir tief blicken - nämlich in die kleinste unabhängig funktionierende Einheit unseres Körpers: die Zelle. Zellen beherbergen unsere kostbare DNA oder Desoxyribonukleinsäure, die den "Code des Lebens" enthält, der bestimmt, wie unser Körper aussieht und funktioniert.

 

Die DNA schwebt nicht einfach so in unseren Zellen herum - sie ist zu kompakten Strukturen verpackt, die Chromosomen genannt werden und sich im Zellkern befinden. Sogenannte Telomere, die Schutzkappen der Chromosomen sind an deren Ende zu finden schützen sie so vor Beschädigung. Kurze Telomere sind jedoch mit einem fortschreitenden chronologischen Alter verbunden. Mit anderen Worten: Je älter wir werden, desto kürzer werden unsere Telomere. Dementsprechend haben die langlebigsten Spezies auch die längsten Telomere [1, 2], und Anomalien bei der Telomer-Erhaltung sind mit vorzeitiger Alterung assoziiert [3].

 

Auch wenn sich die Telomere mit der Zeit natürlich verkürzen, gibt es eine Vielzahl von Umwelt- und physikalischen Faktoren, die die Telomerlänge negativ beeinflussen. Schlechte Schlafqualität [4], Zigarettenrauch und Fettleibigkeit [5] tragen alle zu einer beschleunigten Zellalterung bei, ebenso wie erhöhter Stress und UV-Strahlung [6, 7]. Gibt es dann etwa auch eine Möglichkeit, unsere Telomere und somit auch unser Leben lang zu halten?

 

Resveratrol: Das Geheimnis für ein langes Leben?

 

Eine Substanz, die im Hinblick auf Anti-Aging in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat und zunehmend in Kosmetika eingesetzt wird, ist Resveratrol. Diese phenolische Verbindung kommt natürlicherweise in Lebensmitteln wie roten Trauben und Erdnüssen vor - sowie in Produkten wie Rotwein und dunkler Schokolade (das sollte jedoch nicht als Entschuldigung dafür dienen, jeden Abend eine Flasche Wein zu trinken und eine Tafel Schokolade zu essen).

 

Es hat sich gezeigt, dass Resveratrol eine Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften aufweist. Als Antioxidans kann es die bösartigen freien Radikale neutralisieren, die auch die Zellalterung beschleunigen können [8, 9]. Aber das macht es nicht mehr besonders als andere Arten von Antioxidantien - oder doch?

 

Neben seiner antioxidativen Aktivität ist das Resveratrol der wirksamste Aktivator der so genannten Sirtuine. Diese Enzyme spielen eine fundamentale Rolle für den zirkadianen Rhythmus, die Stressresistenz, die kognitive Entwicklung, die DNA-Reparatur, den Energiestoffwechsel und verschiedene andere Prozesse einschließlich - wie erwartet - dem zellulären Alterungsprozess. In der Tat wurde festgestellt, dass erhöhte Sirtuinspiegel bei mehreren Spezies die Lebensspanne verlängern und die Inzidenz altersbedingter Krankheiten, wie kardiovaskuläre und neurodegenerative Erkrankungen, verringern [10, 11, 12, 13]. Interessanterweise hängt einer der zugrundeliegenden Mechanismen, wie Sirtuine die Langlebigkeit beeinflussen, mit den oben erwähnten Telomeren zusammen: So wurde gezeigt, dass Sirtuine die Telomere stabilisieren und ihre Länge regulieren [14, 15]. Zusammenfassend lässt sich sagen: je mehr Resveratrol, desto mehr Sirtuine, desto stabiler die Telomere - und wir alle wissen ja jetzt, was das bedeutet. 

 

 

Resveratrol Plus Nicotinamid

 

Wie wir bereits erwähnt haben, kommt Resveratrol in einer Vielzahl von Lebensmitteln vor, jedoch in eher geringen Mengen: im Durchschnitt weniger als 100 Mikrogramm pro Portion. Eine Pflanze, die jedoch einen außergewöhnlich hohen Resveratrol-Gehalt hat, ist der Japanische Staudenknöterich (Polygonum cuspidatum oder Fallopia japonica). Da er in unseren Breitengraden nicht sehr verbreitet ist, haben wir uns entschlossen, die Sache zu vereinfachen und ihn in eine Kapsel zu packen. Eine Kapsel unseres Produktes enthält 500 mg trans-Resveratrol - 5000 mal mehr als 100 g rote Trauben!

 

Außerdem haben wir unserem Produkt Nicotinamid, eine Form von Vitamin B3, zugesetzt. Nicotinamid ist eine Vorstufe des Moleküls NAD+ (oder Nicotinamidadenindinukleotid), das ebenfalls mit dem Energiestoffwechsel und der Zellalterung in Zusammenhang steht. Tatsächlich können die Sirtuine, die wir gerade hochgelobt haben, nur in Gegenwart von NAD+ funktionieren. Im Vergleich zu anderen einfachen Resveratrol-Nahrungsergänzungen ist unser Produkt also einzigartig und wertvoller, wenn es um die Sirtuin-Aktivierung und ihre Wirkungen geht.

 

Jung bleiben: Alles eine Frage des Lebensstils

 

Natürlich sollte man nicht alles schwarz und weiß sehen, denn Altern ist ein überaus komplexer und dynamischer Prozess. Daher können wir sicherlich nicht erwarten, "ewig zu leben", indem wir eine Ergänzung nehmen. Dennoch sind die Vorteile einer Supplementation mit Resveratrol unbestreitbar, die von einer erhöhten Insulinsensitivität, über Hautschutz und einer entzündungshemmenden Wirkung  bis hin zu einer verbesserten kardiovaskulären und neurologischen Gesundheit reichen, um nur einige zu nennen [16].

 

Der wissenschaftlichen Literatur zufolge gibt es zudem ein paar zusätzliche Dinge, die wir tun können, um die Wirkung von Resveratrol zu unterstützen und "jung zu bleiben". Studien legen nahe, dass körperliche Aktivität vor den negativen Auswirkungen von Stress auf die Zellalterung schützen kann: Die Ergebnisse einer klinischen Studie mit über 2000 Studienteilnehmern zeigten, dass die Telomerlänge der aktivsten Probanden um 200 Nukleotide - die Grundeinheiten der DNA - länger war als die der am wenigsten aktiven Probanden [17]. Ausdauertraining scheint in Hinblick auf die Telomerstabilität besonders wirksam zu sein [18]. Vielleicht ist jetzt also ein guter Zeitpunkt, die Laufschuhe vom letzten Jahr abzustauben.

 

Auch die Wahl des Essens scheint die Telomerlänge zu beeinflussen. Während Nahrungsmittel, die reich an Ballaststoffen und Vitaminen sind, mit längeren Telomeren assoziiert werden, ist der Verzehr von Fertiggerichten mit hohem Gehalt an ungesättigten Fetten mit kürzeren Telomeren verbunden [19]. Letztendlich ist das Altern also ein natürlicher Prozess, der nicht gestoppt, aber durch die Wahl des Lebensstils definitiv positiv beeinflusst werden kann. 

 

Quellen

 

[1] Heidinger et al., Telomere length in early life predicts lifespan. Proc Natl Acad Sci U S A. (2012)

[2] Muñoz-Lorente et al., Mice with hyper-long telomeres show less metabolic aging and longer lifespans. Nat Commun. (2019)

[3] Armanios & Blackburn, The telomere syndromes. Nat Rev Genet. (2012)

[4] Liang et al., Associations between rotating night shifts, sleep duration, and telomere length in women. PLoS One. (2011)

[5] Valdes et al., Obesity, cigarette smoking, and telomere length in women. Lancet. (2005)

[6] Shalev et al., Stress and telomere biology: a lifespan perspective. Psychoneuroendocrinology. (2013)

[7] Rochette & Brash, Human telomeres are hypersensitive to UV-induced DNA damage and refractory to repair. PLoS Genet. (2010)

[8] Xia et al., Antioxidant effects of resveratrol in the cardiovascular system. Br J Pharmacol. (2017)

[9] Plauth et al., Hormetic shifting of redox environment by pro-oxidative resveratrol protects cells against stress. Free Radic Biol Med. (2016)

[10] Kaeberlein & Guarente, The SIR2/3/4 complex and SIR2 alone promote longevity in saccharomyces cerevisiae by two different mechanisms. Genes Dev. (1999)

[11] Rogina & Helfand, Sir2 mediates longevity in the fly through a pathway related to calorie restriction. Proc Natl Acad Sci U S A. (2004)

[12] Minor et al., SRT1720 improves survival and healthspan of obese mice. Sci Rep. (2011)

[13] Kim et al., Telomere maintenance genes SIRT1 and XRCC6 impact age-related decline in telomere length but only SIRT1 is associated with human longevity. Biogerontology. (2012)

[14] Oberdoerffer et al., SIRT1 redistribution on chromatin promotes genomic stability but alters gene expression during aging. Cell. (2008)

[15] Palacios et al., SIRT1 contributes to telomere maintenance and augments global homologous recombination. J Cell Biol. (2010)

[16] Novelle et al., Resveratrol supplementation, where are we now and where should we go?. Ageing Res Rev. (2015)

[17] Cherkas et al., The association between physical activity in leisure time and leukocyte telomere length. Arch Intern Med. (2008)

[18] Werner et al., Physical exercise prevents cellular senescence in circulating leukocytes and in the vessel wall. Circulation. (2009)

[19] Paul, Diet, nutrition and telomere length. J Nutr Biochem. (2011)



 

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